3 Freunde

Es ist schon 'ne ganze Weile her, so 'n paar Jahre, da zogen 3 Freunde gemeinsam durch' Land. Es war die Zeit, als man - selbst noch jung und ungebunden - das Land bereiste, auf der Suche nach Arbeit und Brot.

Die billigste Art der Reise war dann nun auch auf Schusters Rappen, mußte man doch sein Geld einteilen. Bei schönem Wetter übernachtete man dann auch im Freien, der liebe Gott verlangt keine Miete. Zwangsläufig konnte man dabei auch die Gegend erkunden, das Tempo war geradezu ideal. Liebliche Höhen mit frischer Luft wechselt mit waldbestandenen Tälern, kleine Ansiedlungen liegen verstreut umher.

Durch diese Szenerie heiterer Gelassenheit zogen unsere drei Freunde ihres Wegs. Der erste hieß Fing, ein wahres Multitalent. Mußte etwas bewegt werden oder bedurfte es eines festen Haltes dann war er der Richtige. Fest umschloß er mit seinem Körper die zu haltende Sache und es gab für sie kein Entkommen mehr. Der Zweite hieß Tang, er war Spezialist für Feinheiten. Stets darauf bedacht, der Sonne aus dem Weg zu gehen, um die Geschmeidigkeit seiner Haut nicht zu verlieren, ein Meister der Sensibilität. Kock, der Dritte hingegen, war das genaue Gegenteil. Immer phlegmatisch und fast immer vor sich hin dösend, wurde er zum fleischgewordenen Berserker, wenn etwas ihn geweckt hatte. Sie ergänzten sich aber, trotz der Unterschiedlichkeit ihrer Charaktere, auf wundersame Weise und Einer ohne den Anderen... es wäre zu traurig gewesen.

Es war ein warmer Sommertag und die Sonne meinte es wieder mal etwas zu gut. Sie kamen auf einem kleinen Hügel an und Tang mußte eine Rast einlegen. Man legte sich und Tang, der Sonne müde, suchte Schatten an einem kleinen Hügelchen, welches aus der glatten Oberfläche emporragte. Um noch weniger Sonne zu erhalten schmiegte er sich ganz dicht an die Erhebung, als ein feines Beben den Untergrund durchlief. Noch achtete keiner der Drei darauf und Tang, den die Sonne wirklich quälte, rückte immer näher an das Hügelchen.

Das Zittern im Boden wurde stärker und hielt immer länger an, setzte aus und begann von Neuem. Als Fing die Anderen darauf aufmerksam machte, sah sich Tang den Hügel genauer an. Langsam begann er, aus dem Boden zu wachsen und nahm dabei noch an Umfang zu. Seine Oberfläche wurde rauher und fester und Tang begann, sich an ihr zu reiben. Das Beben in der Tiefe wurde so heftig, das Kock und Fing vom Hügel rutschten.

Sie erreichten ein leicht gewelltes Plateau und mußten auf ihren Stand achten, wie eine starke Brandung rollte der Boden unter ihnen. Fing rutsche langsam weiter auf einen Taleinschnitt zu und konnte sich auf einer bewachsenen Fläche, kurz vor dem Abgrund, gerade noch am Bewuchs festklammern. Kock hatte er inzwischen vollkommen aus den Augen verloren, so groß waren seine eigenen Probleme. Als das Beben etwas in seiner Intensität nachließ, begann Fing sich für seine Umgebung zu interessieren.

Die Seitenwände des Einschnittes wichen langsam zur Seite, als er sich vorsichtig der Schlucht näherte. Von Zeit zu Zeit durchlief ein erneutes Beben das Gelände und er mußte höllisch aufpassen, nicht den Halt zu verlieren. Vorsichtig glitt er auf feuchtem Moos die Spalte hinab, unfähig einen festen Stand zu erlangen. Die Wand wurde immer rutschiger und steiler, je weiter er kam. Als auch noch der Bewuchs nachließ, tastete er die Wand nach einem Halt ab und fand eine kleine Erhebung, auf die er sich stützen konnte. Langsam, wie testend, verlagerte er sein Gewicht auf diesen Gnubbel, wobei er sich fortwährend bewegte, um den Untergrund auf Tragfähigkeit zu überprüfen. Doch damit schien er ein neuerliches Beben auszulösen, heftiger und anhaltender als alle vorhergehenden.

Er glitt aus und rutschte den Spalt hinab, bis er in einer kleinen Höhle hängen blieb. Neugierig geworden begann er sich in die Öffnung hinein zu zwängen. Eng war es, warm und feucht. Die Höhlenwände gaben seinem Druck nach und wichen etwas zurück, Feuchtigkeit rieselte von ihnen auf den Boden und rann dem Ausgang zu.

Da, auf einmal wurde er gepackt und ins Freie gezerrt. Als er sich an das helle Licht gewöhnt hatte, sah er Kock, wie dieser sich voll aufgerichtet und gar nicht mehr müde, vehement in die Öffnung stürzte. Seine Größe machte es ihm fast unmöglich, sein Umhang drohte an den Wänden hängen zu bleiben und zu zerreißen. Doch ohne Rücksicht auf sich und seine Umgebung wühlte er sich vorwärts, keinen klaren Gedanken mehr fassen könnend, drängte er in die Höhle, als gelte es, seine Seeligkeit zu verteidigen. Das Beben aus dem Untergrund war nun nicht mehr zum Aushalten, alls, was nicht fest war, flog durch die Gegend, ein Rauschen und Brummen erklang aus der Erde und die Elemente waren in wilder Aufruhr. Fing fand nahe der ersten Höhle eine kleine, zweite und zwängte sich, so gut es eben ging, in ihr fest.

Da, nach einer Weile, ein jeder hatte den Anderen vergessen, war nur mit sich selber beschäftigt und versucht, heil über dieses Inferno hinaus zu gelangen, erreichte der Aufruhr einen Umfang, daß man glauben konnte, nun gehe es zu Ende. Doch plötzlich ließ das Beben nach, die Zuckungen wurden seltener und flacher und alles schien sich zu legen.

Auf einer Hochebene trafen nach und nach unsere drei Freunde zusammen, doch wie sahen sie denn aus: total fertig, ausgelaugt und müde. Kock war nur noch eine Karikatur seiner selbst. Klein, schlapp, mit total zerfleddertem Umhang schleppte er sich daher. Tang, rotgescheuert und kaum noch einer Bewegung fähig, ließ sich erschöpft zu Boden sinken. Einzig Fing schien die Sache heil überstanden zu haben. Zwar hatte er doch auch so manche Schramme, jedoch schien ihm das nicht viel aus zu machen. Er war halt der Ausdauernste von den dreien.

ja, es ist halt eine schöne Zeit, so auf Wanderschaft mit guten Freunden.

 

Stumpfsinnig fließt der Tag dahin, ab und zu mal 'n verstohlener Blick auf DAS Weib da, mehr ist nicht drin. Da, das Teflon bimmelt schon wieder. Wer isses denn? Ein Blick auf's Display: ah, Sandy! „Oh cherie, was du 'aben auf die 'erz, mon FouFou?“ - „Ich war am Wochenend' in Hamburg auf'm Seminar. Die Ulli und die Michaela haben mich nach dir ausgefragt. Wie wär's, wenn Du mal 'ne XYZ-Besichtigungstour machen würdest?“ Mensch, manchmal können Mädels, ja, auch blonde, richtig Einfälle haben! Also, wir planen für die Hamburger einen Abenteuerurlaub...