Day 1 - Saturday

18th Nov 2006

Um 0400 aufstehen!!! Alle sind noch müde, aber trotzdem macht sich die Anspannung breit: ES IST SOWEIT!

Der erste Zug geht ab Peine um 05:24 Richtung Berlin, aber schon auf der relativ kurzen Strecke dahin dürfen wir 2x umsteigen! In Braunschweig sitzen wir `ne halbe Stude in der Kälte und in Magdeburg pöbeln dich besoffene 'Fußball-Fans' an... ist ja `n toller Abschied von Deutschland, Merkel... bye bye!

In Berlin war der Flughafenbus kein Probelm (erstaunlich... hatte es anders erwartet) und die Fahrt kostete auch nur 2,10€... geht ja!

Tegel selber... voll, unübersichtlich, eng... hätte Vince nicht bei der Zufahrt aus dem Bus noch eben so den Flug auf einer Hinweistafel gefunden... Im Abfertigungsgebäude drängelnde Enge, dabei ist doch keine Ferienzeit und für Weihnachten is das definitiv zu früh.

Vor uns ist noch ein Amsterdam-Flug dran; es wird grad' eingechecked und wir stellen uns promt an. Ein paar aufklärende Fragen / Antworten aber lassen uns aus der Schlange austreten und resigniert am Rande des Platzes / Ganges mit unserem Gepäck niedersinken: 'Schon wieder warten!', aber der eigentliche Flug über`n Teich geht eh erst 15:30 ab Amsterdam, auch wenn du schon ne Woche früher da bist!

Auf einmal taucht ne Horde Chinesen auf... wollen wahrscheinlich wieder heim. Oha... wenn die vor dir dran sind dann bekommste nur noch `n Platz auf der Tragfläche oder im Fahrwerkschacht; wir stellen uns also schon mal an, unser Flug ist der nächste auf der Liste, aber noch nicht aufgerufen. Doch alles Warten hat mal ein Ende und unsere Schlange setzt sich in Bewegung... diesmal sind wir dran..JA! Das Einchecken haben wir ja schon via Internet von daheim erledigt, bleibt nur noch ne kleine Sitzplatzkorektur und den Gitarrenkoffer zum Sonderschalter bringen... hier gibts sonst Brennholz.

Wir gehen durch die Passkontrolle und werden aufgefordert, alle Jacken, Mäntel, Hüte und so abzulegen: Röntgenkontrolle. Da wir die Ersten sind und hinter und noch niemand wartet, bleibt Zeit für n paar Jokes mit dem Personal, was das auch dankbar annimmt... is halt ne Ablenkung von der daily routine.

Doch auch das ist überstanden und nun: Duty Free: Zigaretten... ich will rauchen!

Tja... Zigaretten haste dann zwar, aber.. das Feuerzeug mussteste wegen neuer 'safety regulations' abgeben! 'Wieso is da eigentlich ne Raucherecke, wenn man hinter dem Zoll kein Feuer haben darf?' da stehen Aschenbecher... WIESO? Da ist ne Kaffee-Bar und die rumänische Bedienung.. hat Streichhölzer, JUBILATE!! Ok, now relax and...wieder warten ;-)

Von hier hat man n guten Ãœberblick vom Vorfeld, den Maschinen, dem Personal und so ist man abgelenkt, das Warten stört diesmal nicht so. Wir bekommen eine Fokker-100, so'n Cityhopper, niedliches Ding: 2 Turbinen am Heck; innen 2 x 2 Plätze / Reihe plus Gang, n bischen größer als n Klo ;-)) Die Mädels, erwartungsgemäß lekker Meißches und professionel, fertigen die Kabine in erfahrener Gelassenheit ab und dann... ja, dann wird die Fokker zurückgeschoben; 'Push Back'... jetzt geht's wirklich los.

Ich muss mich zusammen reißen, das Gewässer quillt ins Auge: jetzt ist der lang ersehnte Moment gekommen, wir brechen auf zu neuen Ufern, wir lassen hinter uns das leer geplünderte Deutschland zurück, nur noch rauchende Felder, die Trümmerfrauen winken den Recken zu, denen, die als Einzige den Mut aufbringen...

Der Lautsprecher reißt mich wieder in die Realtiät zurück, die Stewardösen beginnen mit ihren Turnübungen wie vor jedem Start und erklären den Unwissenden, wo die Konstrukteure die Notausgänge versteckt haben. Der Taxiway scheint wie immer endlos, aber auch der ist irgendwann abgerollt und... TAKE OFF!

Wir fliegen die Strecke zurück, die wir auch mit der Bahn gekommen sind und so könnten wir ja, wäre nicht alles unter einer dicken Wolkendecke versteckt, den Untenstehenden nochmal mit der Taschenlampe Blinkzeichen geben, aber so..?

Amsterdam ist klar, schönster Sonnenschein und frische, kühle Luft. Die Fokker parkt im Nirgendwo und wir werden vom Bus abgeholt: den Weg hätte keiner allein gefunden und, ohne Dönerbude, überlebt. Dann in der Halle endlose Flure, man hat schon begonnen, die Lichterketten für Weihnachten aufzubaumeln, und unser Flugsteig ist, logischer weise, am gaaaaanz anderen Ende, hier läufst du dir n Wolf! Nach den ersten Kilometern und Blasen kommen wir in bevölkerte Abschnitte und, siehe da, hier gibts Laufbänder, so für Fußkranke und alte Omas! Wir müssen wieder durch den Zoll, wieso eigentlich.. wir sind doch im Transit? und hier haben wir gepennt: wir haben die Streichhölzer vergessen! Aber trotzdem wird im Sicherheitsbereich geraucht... WIE ?!?! Na ja, nicht wirklich unser Problem ;-))

Draussen steht n Airbus 330-300, ne 2motorige KLM-Maschine die grad mit Essen (Catering) bestückt wird und mit den kleinen Hängern wird Nachschub für die Kofferdompteure geliefert... 'wo ist meine Gitarre? Schmeißt du die hin, passiert was!'

Boarding-Aufruf nur für die Business-Klasse, aber alle stürmen los. Die Wachtante am Fingereingang zur Maschine beschwert sich zwar, aber.. lass sie doch ;-))

Innen: 'jou.. das is mal n Flieger: Sitze 2-4-2, hell, Platz... nicht üppig aber immerhin, dauergrinsende Farbgesichter in KLM-Tuch, LCD-Monitor in jeder Lehne...

Pünktlich hebt der Airbus ab, die Maschinen liefern ordentlich Schub; wer jetzt ne Kaffeetasse in der Hand hält, hat gekleckert ;-))

Daten: (schwankten, je nach Gegenwind und so)
Speed 500 kts (ca. 800 Km/h)
Höhe bis 42.000 ft (ca 12 Km)
Aussentemp. bis minus 65°C

Kurs: über die Nordsee parallel an Englands Ostküste hoch, Faröer Inseln überfliegen, leichter Linksschwenk und nördlich an Island vorbei, dann mittig (eher unteres Drittel) über Grönland hinweg. Hier hat schon die winterliche Dauernacht begonnen, sodaß es um 17 uhr dunkel wird... Moment, wir fliegen der Zeit hinterher, auf dem ganzen Flug ist es immer fast gleich spät! Start um 15:30... Ankunft 16 nochwas... nach knapp acht Stunden Flug! Einige Stunden später ist Sonnenaufgang, wir sind aus der Dauernacht wieder raus und treffen Canada oben links neben der Hudson Bay; von dort geht es direkt nach Vancouver. Aber auch hier ist, wie schon über die ganze Flugzeit her, alles unter 8/8-Bewölkung verschwunden, erst kurz vorm Aufsetzen durchstoßen wir die letzte Wolkenschicht: Winter hat in höheren Lagen Einzug gehalten.

Nach der Landung; Zoll & co bereiten keinerlei Probleme, Gepäck auch nicht (Gitarre ist heil gebleiben!) und wir verlassen das Terminal und... RAUCHPAUSE!

Dabei stoßen wir auf unsere Flightcrew, bei denen ich mich nochmal für den Service bedanke... nach den Gesichtern zu urteilen, macht das wohl kaum einer!

So... der Versuch, mit der Leiwagenfirma in Kontakt zu treten, scheitert: das geht erst Montag wieder...TOLL! Mit dem Bus.. wer kennt sich hier aus, wer kennt den Weg???? Also die erste Fahrt mit nem Taxi: 25$ hzum Hostel !!! Na ja, war'n schon 30 Minuten Fahrt, geht also. Doch dann das Hostel (was immer das sein soll):
Ich habe nach der URL http://www.hosteltraveler.com gebucht, doch die Realität schlägt alles! Aber wer kein Geld hat, kann keine Ansprüche stellen das ist nun mal so! Ein Seiteneingang, eher ne Sperrholztür für ne Bretterbude wird auf mein Klingeln von innen geöffnet: Danny DeVito für Arme steht vor uns! Ich stelle mich vor und frage nach meiner Reservierung und.. tatsächlich, er kennt uns! Gleich hinter der Tür beginnt eine Treppe und zur Linken ... ich wollte schreiben: das Büro, der Empfang, was auch immer .... aber das ist n Müllplatz mit Telefon und Rechner. Aber... ruhig bleiben, erst die Formalitäten und ich bin mittlerweile zu müde für weitere Aufregung! Geht aber alles soweit klar und er bekommt die Kreditkarte zum Abbuchen...GEHT NICHT! HÄ?????

Seine Erklärung, so wie ich es verstanden habe: hier gibt es, wie in Amerika, nicht nur Banknetze, sondern auch Private und da kann es dazu kommen, dass europäische Kreditkarten nicht angenommen werden! Wir sollen es nebenan in einem Shop probieren, da wäre ne ATM (automatic teller machine; zu deutsch: n Geldautomat). Der Automat nimmt auch die Karte, will aber die Pin-Nummer haben und die... die kommt erst per Post nach 2 Wochen!!! Und nun?? Wir stehen wieder vor der Tür, ich bin mittlerweile müde wie n Hund, und beratschlagen, was wie zu tun sei, als er sich dazu gesellt und sich schließlich, und nach einem Telefonat, bereit erklärt, uns auf das Zimmer zu lassen, wenn wir ne Anzahlung leisten. 'Wir haben aber nur CAN-$'... 'Das ist noch besser!' und so sind die nächsten 100 Dollar weg. Wir schleppen unser Zeug nach oben und finden.... erinnert ihr euch an 'Blues Brothers', das Zimmer von Dan Arkroyd, wo Carrie Fisher die Bazooka reinballert? So sieht unser Zimmer aus! Bo ey, aber... n Bett für 2!

Auspacken, Rechner anschließen und... was issn das für'n lahmes WLAN? ICQ bricht dauernd ab, Outlook will nicht senden, durch die Zeitverschiebung (hier 18 Uhr; daheim mittlerweile 3 uhr morgens) ist natürlich niemand mehr wach. Von hier ne Web-cam-Verbindung herstellen... ausgeschlossen! Vince versucht, die Pin-Geschichte per Internet zu klären... will auch nicht so richtig. Mir fallen nun ernsthaft die Augen zu und ich hau mich erstmal hin, morgen is auch noch n Tag.

Das Bett schaukelt wie die Angst: weich wie`n Wasserbett, sobald sich einer umdreht, schaukelt alles. Vor dem Fenster ne breite Straße mit Verkehr.. Gehupe... Gejohle... und nebenan wird gepoppt! Die Wände sind äußerst hellhörig.. Klasse!

Tja... wann ich nun die neuesten Meldungen per Outlook absetzen kann... keine Ahnung; vorher muss ich erstmal n vernünftiges Netz finden... Internet-Cafe... gibt`s hier sowas? Werden sehen, aber als nächstes ist der Leihwagen dran, geht das wenigstens?