Day 2 - Sunday

19th Nov 2006

Also... Leihwagen geht so nicht, aber.. der Reihe nach:

Ich bin seit 2 Uhr hoch; innerer Wecker UND Zeitumstellung... die Mischung ist unschlagbar. Ich sitze vorm Rechner im Dunklen... Vince muss schlafen - und schreibe das Diary mit ner LED-Lampe; so vergisst man später nicht die Hälfte! Hier scheint ne Nichtraucher-Ecke zu sein, auch das Hostel... kein eiziger Aschenbecher in Sicht. Also bei leicht geöffnetem Fenster mit der Hand nach dreussen.. in Unterhose.. arschkalt, das!

Aber auch Vince schläft nicht sehr viel länger und so machen wir uns auf, um irgendwo n Kaffee zu kriegen. Hier muss es doch so was wie ne 'Friß dich zu Tode'-Station geben... Mäc Doof oder so... WürgerKing.... open 24 hrs..? Obwohl... es ist Sonntag morgen, 2..3 uhr... wer hat da wo auf? Wir gehen die Main St runter und kommen an den Pacific Central, den Bahnhof von Vancouver vorbei, da brennt noch / schon Licht und... in einem Fenster leuchtet ein gelbes M..MäcDoof! Doch Kaffee gibts da nicht, ich verstehe die genuschelte Erklärung vom Kellner nicht und so gibts halt nur EggMcMuffin & Cola... geht zur Not auch.

Auf dem Weg hin & zurück stolpern wir über einige Penner; scheiß Leben bei dem Wetter. Wir kommen an Banken und ner Police Station vorbei... die könnten wir ja mal mit einigen Fragen löchern, oder?

Wieder auf dem Zimmer wird das Internet gelöchert: wo fährt welcher Bus hin wo sind die Eikaufszentren... wir brauchen Waschzeugs, Zahnzeug, was zu essen... wir müssen zum Autoverleiher... na, denn ma los.

Es regnet leise, also Hut und Duster und wegen der Kälte n Pullover drunter. Ab der nächsten Straße wird das Viertel besser, schöner, geldiger; wir sind aus dem China Quater raus. Die Penner, allgegenwärtig, lassen uns meist in Ruhe, nur mancher Passant ist erstaunt wegen der beiden Wyatt Earps, die ihm da entgegenkommen ;-)) Am Bus bemerke ich, dass ich die Brieftasche im Hotel gelassen hab´, also wieder zurück und alles von vorn. Vince kann dabei gleich die Schuhe wechseln, diese da sind schon durch.

Auf dem Weg zum Bus stolpern wir über ne 'Spaghetti Factory'... abends mal was Warmes essen, n Cowboy Store... Vince braucht Boots, etliche Lokale von Indern und so und... eine 'dampf betriebene Uhr' am Straßenrand! Etwas kleiner als die Kröpkeuhr in Hannover, aber mit Dampf angetrieben!!! 'Das musste fotografieren, das glaubt uns daheim keiner!' Der Bus kommt und ich frag den Fahrer nach dem Preis und lege n Zwanziger hin. 'Haben Sie's nicht passend?'... 'Wir sind gestern abend erst ausm Flieger gefallen; ich hab noch keine Coins, sorry.'... 'Na, denn setzt euch mal hin, aber merkt's euch für's nächste mal!' Bo ey... damit hab ich nicht gerechnet.

Da wir zum Airport zurück müssen und der am anderen Ende der Stadt ist, haben wir ne kostenlose Sightseeing-Tour von Downtown Vancouver im Regen: dem Zentrum mit den Hochhäusern, Versicherungs- & Bankpalästen, Casinos, Red-Light-District und was sonst noch ne Metropole ausmacht. Durch die Baulücken kann man die breite Hafeneinfahrt sehen: alle möglichen Arten von Schiffen auf der Rein- oder Raustour. Hinter der Dampfuhr ist der Containerterminal, hier wird dann auch unser 20ft-Container anlanden! Und hinter allem tauchen aus dem Dunst die Berge der Rockies auf...herrlich.

Die Busfahrt ist doch etwas länger und wir merken, dass der Taxifahrer schon ne kurze Route eingeschlagen ahtte, als wir abends vom Airport zum Hostel fuhren, Wir fahren eine breite, 4-spurige Straße gen Süden; raus aus den Hochhäusern und nun sind es eingeschossige Vororthäuschen, ohne Zäune, dafür mit Hecken. Manche sind so dicht, dass man nicht hindurchsehen kann und nur die Dächer sieht,

Am Ziel angekommen verlassen wir den Bus und finden, gleich um die Ecke, den Verleiher. Man ist auch dort etwas 'erstaunt' über unsere Kluft, doch mit dem Wetter-Argument sind auch diese Leute schnell überzeugt; hier fragt dich jedenfalls keiner: 'Hey Cowboy, where did you park your horse?'

Der Chef der Filiale nimmt unsere Daten auf; alle sind freundlich und zuvorkommend. Doch dann kommt der spannenden Augenblick: er zieht die Creditcard durch den Schlitz und... geht nicht! Auch meine Partnercard... das Gleiche! Was nun, ohne Auto sind wir aufgeschmissen! Wir können nur wieder ins Hostel und versuchen, übers Internet mit denen Verbindung aufzunehmen. Also.... wieder zurück.

Auf dem Herweg ist uns ein Supermarkt aufgefallen, der Sonntags auf hat. Der Autovermieter hat uns noch n Zwanziger gewechselt und so können wir die Busfahrt diesmal bezahlen; 4,50$ für beide. Zwischendrin kann man, so oft man will, aussteigen und Sachen erledigen; die Karte gilt 90 Minuten. Die Haltestelle am Supermarkt verpassen wir natürlich und müssen so eine Meile zurück laufen; das gibt die Gelegenheit, die Hütten hinter den Büschen genauer in Augenschein zu nehmen: die meisten machen eine unbewohnten Eindruck; wer will auch schon an einer 4-spurigen Hauptverkehrsader wohnen.

Der Supermarkt unterscheidet sich in nichts von Minimal und Penny, nur.... die Sachen heißen fast alle anders und... wo sind die Billigprodukte???

Wie bekommen wir die Margerine auf's Brot? Ich frage ne junge Kundin mit britischem Akzent und sie sagt mir, wo die Messer liegen könnten.

Beim Bezahlen strahlt uns die junge Kassiererin an... wir müssen unser Outfit beibehalten ;-)) und auf dem Weg nach draussen entdeckt Vince n ATM mit dem 'Maestro-Symbol'; hier gibt`s auch Geld von der KSK Peine !!!! Ist zwar umständlich und der Automat will `n Dollar dafür, aber besser als nix nich!

Wieder auf Bude wird erstmal gegessen, geduscht (Halleluja!) und Zähne geputzt... nu geht's wieder. Dann, frisch an's Werk, vergewaltige ich das Internet mit einer Adressensuche: welcher Laden ist hier in der Nähe und könnte uns beide verkraften? Es finden sich n paar, noch nicht mal so weit weg... wenn man n Auto hat; zu Fuß... illusorisch. Aber.. das sehen wir dann morgen.