Synchronstuhltanzen

Guten Morgen liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten uns alle, auf Anregung der Betriebskrankenkasse, um 11 Uhr zum Syncronstuhltanzen im Vorraum der 2ten Etage einfinden. Es bringe bitte jeder einen ergonomischen, gut geölten, einwandfreien Bürostuhl mit. Bitte tragen Sie / Ihr sich selbstständig für ca. 30 min in den Kontaktmakler ein. Die hierfür eigens erstellte Broschüre „Syncronstuhltanzen für jedermann“ liegt in Ihrem Postfach in der 5ten Etage bereit.

 

Dann stelle man sich, mit einem Stapel Papier bewaffnet und Arbeitsüberlastung vortäuschend, an den Kopierer in Fahrstuhlnähe. Man wird sich wundern, wie viele Kollegen plötzlich, einen Stuhl vor sich herschiebend, auf den Lift zusteuern. Um Himmels Willen ... nichts anmerken lassen und weiter kopieren. Wie ging doch gleich die Reihe der Quadratzahlen? 1, 4, 9, 16, 25, 36... ! Wenn das nicht hilft... Kubikzahl! 1-8-27-64-625 ...

Doch so richtig lustig wird es, riecht jemand den Braten und ist in der Lage, zu kontern:

 

An die Initiatoren der geplanten Syncronstuhltanzaktion,
Sehr geehrte Raben und Beeren,

ich bin leider außerstande, an der geplanten Aktion teilzunehmen. Die Gründe hierfür im Einzelnen:

  • der 11-Uhr-Termin ist bei mir leider schon belegt, und zwar durch „Erfahrungsaustausch im bilateralen, unfallfreiem Häkeln“ unter Mitwirkung der Geschäftsleitung,
  • mein Vorgesetzter sägt gerade an meinem Stuhl und somit würde ich beim Tanz meines Partners verlustig oder mein Vorgesetzter seiner Beschäftigung beraubt sein...
  • die Ölung meines Stuhles ist deshalb, aus o. a. Gründen, leider nicht möglich...
  • lt. Auskunft meines Arztes ist mein Stuhl z.Zt. verhärtet, somit wäre eine Dauerbewegung nicht opportun, in meinem Postfach befindet sich, seit Wochen, nur Werbung und somit wird dieses ohne Durchsicht automatisch in den darunter befindlichen Shredder entleert...
  • Flut in Heiligenhafen und...
  • Landtagswahl in Klein Brabbersdorf / West.

 

Ich bitte um Verständnis für meine momentane Inkontinenz und verbleibe

mit kollegialem Gruß

Prof. Dr. Dr. Klaus Trophobie

 

Na Mensch, wer sagt's denn! Gibt's hier noch mehr Chaoten ??? Gleich mal antesten:

Sehr verehrter Kollege Prof. Dr. Dr. Trophobie,

ich sinniere: durch den überaus immensen Andrang sah ich mich leider gezwungen, die Veranstaltung auf einen größeren Raum zu verlagern, in diesem Fall in das Niedersachsenstadion als Freiübung mit anschließendem Survival-Bürostuhl-Training incl. einer Urkunde für die engagiertesten Trainingsabsolventen.

Anschließend können wir, Dank der Stadionsleitung, ein gemeinsames & gemischtes Duschen ansetzen (Seife & Handtuch ist mitzubringen).

Da seinerzeit die Veranstaltung in Kalmüsel bei der dortigen Bevölkerung gut aufgenommen wurde, sehen wir dem Event gelassen entgegen. Der neue Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

In diesem Sinne, werter Herr Kollege ...

 

aber DIE Antwort hätte niemand erwartet:

Verehrtes COLLEGIVM MAXIMVM ET INTERLECTVM,

mit dankbarer Bestürzung habe ich Ihr Schreiben verinnerlicht und bitte um Notifizierung ob des neuen Termines. Ich insistiere aber, dass die lokale Fauna im CIRCVS SAXONIVS einer solchen Inanspruchnahme nicht lange wird standhalten können und stelle anheim, als SOLVTION SVBSTITVTVS das Autobahnkreuz Hannover-West in Betracht zu ziehen. Außerdem wird so einer größeren Menge Volks diese LECTIO CORPVS nahegebracht und, dank VOX POPVLI, im Lande verbreitet.

Mit scheißfreundlichem Gruß

Prof. Dr. Dr. Klaus Trophobie (AVE)

 

PENG !!! Das is ja 'n Ding! Da weiß man doch, dass man noch lebt! Das versöhnt einen wieder mal mit der Welt für ein paar Tage. Doch aber ach... die „lieben“ Kollegen holen einen ganz schnell in die rauhe Wirklichkeit der trostlosen Bürowelt zurück. Selbst mit geschlossenen Augen sind sie bemerkbar: die Schminkschwuchteln beiderlei Geschlechts! Wenn ER gewollt hätte, das ich wie'n Veilchen dufte, hätte ich Wurzeln und würde im Garten wachsen.

Aus leidvoller, jahrelanger Feldstudie kann man konstatieren: die aufgetragene Farb- / Geruchsmasse ist umgekehrt proportional mit der Intelligenz und Einsichtsfähigkeit des Trägers. Selbst ernstgemeinte Kontaktversuche in dem Bemühen, die nasale Belästigung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, scheiterten am Unverständnis des Gegenübers. Daraus resultierte, fast schon resigniert, folgender Aushang am Schwarzen Brett...