The Job Fair - Part 3

Ganz gemütliches Wachwerden... die Sonne knallt in`s Zimmer. Langsames Räkeln & Furzen, irgendwann scheppert das Händy: acht Uhr - Reise, Reise! Zum letzten Mal in dei Mensa, lecker "continental Breakfast" reinschaufeln: bergeweise Speck und Ei, Kaffee und Marmelade, Würstchen in Blätterteig mit Nachschlag.

Dann wird das Zimmer aufgeklart und wehmütig machen wir uns auf den Weg; noch einmal diese altehrwürdigen Flure durchschreiten, dem Mr. Coffee ein letztes "Good Bye", bei der Concierge die Schlüssel in den Briefkasten werfen und im Rechnerraum... "sch+*$#.. der is zu!"

Draussen fährt grad ein Taxi vor (Timing ;-)) und der Fahrer erklärt sich bereit, uns zum Airport zu bringen, obwohler, wier uns während der Fahrt erzählt, schon längst Feierabend hat - hatte Nachtschicht. Er kam grad´ quer durch Dublin, um seine Tochter zum Tanzen zu bringen und muss nun seien nSohn zum Sport fahren; zwischendurch noch tanken und.. na ja, da bringt eruns halt noch zum Flieger ;-) Tja.. so sindse!

Airport Dublin - eine einzige Baustelle, alles platzt aus allen Nähten: Parkbereich, Check-In, Vorfeld, Landebahnen... am Besten alles abreißen und komplett neu machen! Bei uns wäre ein Gedrängel und Geschiebe, Gefluche und Gemecker.. da: nix davon; uberall hört man ein SORRY -- It`s OK... es ist definitiv NICHT Germany!

Unser Flug ist noch nicht aufgerufen, also stehen wir draussen in der Raucherecke und beobachten den Verkehr. Da kommt ein Arbeiter und leert die Achenbecher aus - in die Gosse! Na toll.. und nun? Plattfahren? Unter den Bürgersteig fegen? Nee, da kommt die Kehrmaschine und "wartet" sich ihren Weg: haltende Autos stehen im Weg, Kofferkulis,

Leute... Denkste, der Fahrer meckert, hupt? Nicht ein einziges mal!

Als unser Flug aufgerufen wird, reihen wir uns ein und es geht voran. Nach 15-20 Minuten sind wir dran und.. fertig. Noch schnell das aufgegebene Gepäck bezahlen und dann zum

Ausgang A - Gate 70... wo issn das? "Expect 10 minutes" sagt ein Schild.. na, Mahlzeit... TAXI! Einmal ganz aussen rum, und das mit dem Schlepptop-Koffer; Vince & ich wechseln uns ab, bevor der Arm abfällt.

Inzwischen ist eine Maschine gelanded und Haufen über Haufen Vokls brandet uns entgegen; lecker Mädels dabei mit merksamen Hüten auf dem Kopf, 3 davon mit "richtigen" Stetsons, die uns angrinsen, denn auch Vince & ich haben unsere Mützen auf... logo!

Auch der längste Fußmarsch ist einmal vorbei und wir sind in Indien angekommen: am Ende des Ganges... an Gate 70. Doch auch hier gibt es, wie schon im Duty-Free-Bereich, kein Beamish Red zu kaufen...sch*+$§. Wir wollten n paar Sixpacks davon mitnehmen, wird nun nix. "Sorry mam, where is the next smoking area?" Na.. hier überhaupt nicht.... den ganzen Weg wieder zurück!? - Nee, das nun wirklich nicht!

Unser Flieger kommt; die Leute kullern von Bord und wir können rein. Hinter uns ein Sprachwirrwar, sowas hab ich noch nie gehört! English ist es nicht; gälisch?? Da hat sich `ne schon nicht mehr ganz nüchterne Fussballmanschaft breit gemacht und lärmt in Suaheli oder so... lauter als die startenden Triebwerke!

Ich hab in der Wartezeit am Gate schon bemerkt, dass hier ein reger Betrieb herrscht: während eine Maschine grad abgehoben hat, knallt die andere bereits ihr Fahrwerk auf die Piste: Rush Hour am Samstag Mittag! Der Flughafen steht wirklich kurz vor`m Kollaps.. und dann nur eine Bahn! Due to the traffic haben wir 30 Minuten Verspätung; wir stehen als #4 oder 5 auf`m Taxiway und sehen, wie sogar n Jumbo sein Fahrwerk auf den Asphalt hämmert; der braucht mit seinem Gewicht die komlette Piste zum Bremsen; bo ey, wat `n Hammergerät. Auf dem Taxiway ist auf seiner linken Seite alles in Staub verhüllt; da haben Arbeiter den Rasen abgetragen, um den Weg zu erneuern, verbreitern.. was weiß ich.

Die Triebwerke wirbeln den Sand auf und hinter der 747... Staubsturm in der Wüste, aber nur auf der linken Seite.

So... wir sind dran: "taxi into position and hold... FR7074, cleared for takeoff, IFR to LUB!" Ich liebe es, wenn die Triebwerke auf Schub gebracht, bei 70% die Bremsen gelöst werden und der Andruck einen in den Sitz presst. Nach 10... 20 Metern kommt der nächste

Kick, wenn die Triebwerke auf Startleistung schalten und dann: "..70...90...110...130...140 - ROTATE!" Die Nase geht hoch, wir im Heck sacken etwas ab und LIFT OFF! In 2-3000 Fuß Höhe dreht die Maschine um 180°, wir müssen ja nach Osten und im Gegenabflug sehen wir, aus nun schon 5000 Fuss den Flughafen in einer Wolkenlücke... die Innenstadt, den Hafen und die vorgelagerte Bucht mit ihren Sandbänken, Inseln, den Schiffsverkehr... und dann nur noch weisse Watte... nur noch Wolken, den restlichen Flug über.

Irgendwann "bingt" es, das Anschnallen-Licht geht aus und der Service beginnt.. Weia! Die Stewardeuse und ihr Kollege kommen aus der Fußballerecke nicht heraus: kaum ist in einer Sitzreihe (6 Leute) der letzte versoegt, schr3eit der Erste schon wieder; na klar, wie lang soll `ne 0,2l- Dose auch halten? Die Jungs haben in dem Flug (knappe Stunde) die Maschine komplett leer"gesoffen", der Steward was really fucked up und die Mädels trauten sich, bis auf Aleksandra (so the name tag) schon gar nicht mehr nach hinten. Einer versuchte laufend, bei ihr den Reißverschluss vom Rock aufzuziehen, so dass sie sich umdrehte und nun Vince ihr Heck vor der Nase hatte ;-))))))

Ich bin dann irgendwann eingeschlafen und wach geworden, als das Triebwerksgeräusch leiser wurde, gleichzeitig senkte sich die Nase und... Sinkflug. Ein Blick nach draussen: unter uns alles weiss; Höhe (geschätzt) 20...25.000; pro 1.000 Höhe ca. 3 Meilen macht noch 60.. 75 Meilen bis Lübeck, also sind wir schon über Hamburg. So`n Flugsimulator ist schon ne feine Sache: es erklärt vieles und man ist auf etliches besser vorbereitet; man weiß, warum was wann kommt! Die 737 könnte ich, so ich müsste, auch fliegen... darf aba nich.. männo!

Durch dei Wolkendecke durch und.. unter uns: noch eine.. komplett dicht.. zu! Kurz vor deren Erreichen: Flaps auf 30° und die Störklappen raus.. wir sind noch zu schnell! Dann rein in die Suppe, grad dass man noch die Tragflächen erkennt und als wir raus kommen: WEIA, wie tief sind wir denn schon? Keine 1000 Fuss mehr; da ist schon der Zaun und der Asphalt und.... RABUMMS, haut er die Kiste auf die nasse Bahn.. das arme Fahrwerk! Alles an Blech raus, was da ist und bremst und die Triebwerke voll auf Gegenschub! Ich befürchte schon, die Bahn ist zu kurz; wir kommen in`s Grüne, die Kiste bockt und springt, die Motoren brüllen länger als gewohnt; man möchte fast aufsprinen und die Türen in den Fahrtwind zum zusätzlichen bremsen stellen, als die Lärmorgie Wirkung zeigt: wir weden langsamer... noch langsamer...kommen zum Halt! "Bo ey... was war denn das??" fragen die grünen Gesichter.

Raus aus der Kiste und dem Steward noch ein "Thank´s God, this flight is over" zugerufen. Passkontrolle und auf Vince´Koffer warten. Kaun ist der da, die Zippo-Papiere rausgefischt und ich, ich geh erstma was rauchen;-)

Der Bus wartet schon und 20 Minuten vor der Zeit sind wir in Hamburg am Bahnhof... alle Zeit der Welt zum Ticketlösen. Ich werde von einem Iren (kenn ich vom Flug) nach den Ticketmodalitäten gefragt, aber: "hab ich ahnung von Bahntickets?? Hell NO, but there is the information desk of the railway company... they should know their shit!" Der erste Metronom geht nur bis Uelzen, also umsteigen und... am Bahnsteig `ne Horde Grüner in Kampfmontur mitten unter grölenden.. ja was? Nazis?? "Ey.. wassn hier los? - Nix wie raus hier!" Im nächsten Zug dann stellt sich raus: das sind Fussballfans aus Erfurt; Erfurt hatte gegen HSV oder St.Pauli oder wen auch immer gespielt. Doch in unserem Wagen saß´N Grüner und dessen Kollegin kam dann auch noch zum Labern und schon wurden die "Fans" ruhiger.. noch ruhiger... der Erste schlief besoffen ein.... noch ruhiger, man fing an, sich mit den Grünen zu unterhalten........ Geile Aktion: einfach hinsetzten und präsent sein, klasse Deeskalation; hat gewirkt!

Na ja... um 20:30 sind wir dann endlich daheim aus`m Zug gefallen: über 10 Stunden auf Achse... das schlaucht; jetzt will ich n B I E R !